ACUD Theater & Fem*HUB 30.8. – 1.9.2024
ÜBER DAS PROJEKT
FemLitWeekend ist die erste von sechs Veranstaltungen der FemArtWeekends, die darauf abzielen, die Sichtbarkeit von kulturschaffenden Frauen* aus Belarus und der Ukraine in Berlin zu stärken. Die Reihe bietet eine Plattform zur Auseinandersetzung mit Themen wie Identität, Geschichte und Geschlecht aus weiblicher und dekolonialer Perspektive. Das Projekt wird unter dem Label FemBridging Cultures in Zusammenarbeit mit anderen Partnerinnen umgesetzt und vom Auswärtigen Amt im Rahmen des ÖPR-Programms unterstützt.

PROGRAMM
30.August / 20:00 / ACUD Theater
WIZEBSK von Bella Chagall: Lesung «Brennende Lichter» auf Jiddisch und BelarusischStimmen von belarusischen Dichterinnen* und Schriftstellerinnen*: Gespräch mit Alena Kazlova vom Pflaumbaum-VerlagWTBSK-Projekt von Sveta Ben: belarusische Lyrics zu elektronischen Beats
31.August / 20:00 / ACUD Theater
«WAS SUCHST DU, WOLF?»: Performative Lesung von einem internationalen Schauspieler*innen-TeamGespräch mit der Autorin des Buches «Was suchst du, Wolf?», Sviatlana Kurs alias Eva Viežnaviec
1.September / 15:00 / FemHUB
«FLINTA-Literatur über Zuhause, Migration und Zufl ucht» – Literarische Texte von Autorinnen aus Belarus und der Ukraine
«WIZEBSK» von Bella Chagall
Auftakt zum WIZEBSK-Abend – eine seltene Lesung von Texten aus Bella Chagalls Werk «Brennende Lichter», das in diesem Jahr erstmals in belarusischer Übersetzung beim Verlag «Pfl aumbaum» erscheint. Die Texte wurden zweisprachig vorgetragen: im Original auf Jiddisch und in der belarusischen Übersetzung. Beide Sprachen sind ein wichtiger Teil der belarusischen Kultur, ebenso wie die Autorin selbst: Bella Chagall wurde in Wizebsk geboren.

Gespräch mit Alena Kazlova
Der Pfl aumbaum-Verlag ist ein Haus, das sich ganz der Literatur von Frauen* widmet und von der Nobelpreisträgerin Svitlana Alexijewitsch ins Leben gerufen wurde. Die Chefredakteurin Alena Kazlova gewährte im Gespräch mit unserer Kollegin Alena Aharelysheva einen tiefen Einblick in die Vision und das Herzstück dieses Verlags – eine literarische Heimat, die den Stimmen von Frauen*, auch im Exil, Raum bietet, sich kraftvoll zu entfalten.

Musikalische Performance WTBSK von Sveta Ben und Sergei Novitski
In WTBSK refl ektieren Sveta und Sergei über den Verlust ihrer Heimatstadt Wizebsk. Ihre Werke vermitteln tiefe Melancholie und beschäftigen sich mit der Suche nach Sinn und Hoffnung. In ihren Texten behandelt Sveta Ben existenzielle Fragen wie Verlust, Verzweifl ung und die Suche nach Hoffnung in einer düsteren Realität. «Experimentelle Elektronik, Trip-Hop und Psychedelica, Gitarrenrauschen, Trance und Techno verschmelzen mit Texten – so scharf und durchdringend wie ein zerbrochenes Fenster im Vorstadtzug», so beschreiben sie ihr Projekt.


Szenische Lesung des Buches «Was suchst du, Wolf?» von Eva Viežnaviec
Die von Monika Dobrowlanska inszenierte Lesung zeichnete ein kraftvolles Bild der belarusischen Geschichte aus einer weiblichen Perspektive und beleuchtete die vielschichtigen Identitäten und historischen Erfahrungen der Region Palessia. Die Hauptfi gur Rina kehrt aus Deutschland in ihr Heimatdorf zurück, um der Beerdigung ihrer Großmutter beizuwohnen. Die Erinnerungen der Großmutter spiegeln die Geschichte von Palessia wider. Trotz brutaler Gewalt, Machtwechsel, Zwangskollektivierung und Deportationen bewahren die Frauen der Familie der Hauptfi gur ihre Würde und sozialen Bindungen.


Lesung von FLINTA-Autorinnen* aus Belarus und der Ukraine
«Literatur über Zuhause, Migration und Zufl ucht»

Die erste Queer-Veranstaltung im FemHub war die Lesung «Queer-Literatur aus Belarus und der Ukraine: Geschichten über Zuhause, neue Lebenswege und sichere Räume». FemLitWeekend präsentierte eindringliche Texte von FLINTA-Autorinnen aus Belarus und der Ukraine, die derzeit in Deutschland leben. Alena Kazlova, Milana Lewyzka, Mariam Agamjan und Masha Beketova teilten ihre Werke.
In einer berührenden Lesung, moderiert von Vika Biran, wurde über Identität, Sprache, Widerstand und Queer-Erfahrungen refl ektiert.
Präsentation des Buches «Der schwarze Wald» von tony lasden
Eine Zusatzveranstaltung im Fem*HUB am 14.9.2024
Der «Schwarze Wald» ist ein tiefgründiges und düsteres Buch, das die Realitäten von Belarus nach 2020 durch magischen Realismus widerspiegelt. lashden erschafft eine Handlung, in der klassische belarusische Topoi – Sumpf, Grenze, Dorf, Feld – eine Kraft entwickeln, die fähig ist, jenen zu widerstehen, die sie unterwerfen wollen. Es ist eine Geschichte darüber, wie ein krankhafter, düsterer Ort des Verlustes zu einem Ort der Stärke wird, über die Kraft der Natur, über die Frauen* und über die Standhaftigkeit angesichts des Schreckens.

Beim «Spaziergang» durch den «Schwarzen Wald» sprach Schriftsteller: in und Queer-Aktivist:in tony lashden im Fem*Hub über die Entstehung des Buches und dessen Geschichten und beantwortete Fragen zu eigener Arbeit sowie zu den queeren Aspekten des Buches.
Ein Highlight des Treffens war die kreative Gestaltung von Postkarten mit Farnblättern – einem zentralen Symbol des Buches und der belarusischen Kultur.
Die Farnblätter wurden von Belarus und aus der ganzen Welt an tony geschickt. Diese kollektive Gestaltung unterstrich die Bedeutung von Gemeinschaft und der Aufrechterhaltung von Beziehungen zwischen Menschen, die in unterschiedliche Kontexte gezwungen wurden.


PARTNERSCHAFTEN UND FÖRDERER
Fotos: Anna Wyszomierska (Veranstaltungen im ACUD Theater)